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Dr. sc. Helmut
Splisteser, Oberveterinärrat, Jahrgang 1932, hat in seinem Leben
wohl kaum etwas ausgelassen, was die Welt zu bieten hatte.
In Polen in einem
Armenhaus geboren, nach den Schulstunden Kühe und Schafe gehütet,
den Einmarsch der deutschen Truppen 1939 im Heuhaufen überlebt, nach
20-tägiger Flucht im Januar 1945 mit Pferd und Wagen in Deutschland
angekommen, musste der 13-Jährige das Leben in die Hand nehmen.
"Obstmucker", Kuhhirt oder Ochsenkutscher - das sollte es nicht
sein. Also erst einmal ABF (Arbeiter- und Bauernfakultät) bis zur
Hochschulreife. Schauspieler wäre auch möglich gewesen, aber die
Universität siegte. Als einer der ersten Auslandsstudenten nach
Moskau zum Studium, wo der bekannte russische Helminthologe, Lehrer
und Freund der deutschen Parasitologen, Konstantin Iwanowic
Skrjabin, die Liebe zur Parasitologie weckte. Tierarzt- und
Dolmetscherdiplom, dazu Freunde im Hochschulwesen und Ministerium -
die Welt des RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) stand ihm
offen.
Doch immer blieb
er vor allem Tierarzt. Viele Veröffentlichungen und als Krönung
seine Habilitationsschrift zur Ektoparasitenbekämpfung in der
Mongolei machen dies deutlich.
Seine mongolische
Feuertaufe bestand Helmut Splisteser 1965 als Leiter des DDR-Teams
bei der Bekämpfung der chronischen Tierseuchen durch die RGW-Länder.
Es folgten dann ab 1969 die Maßnahmen zur Ektoparasitenbekämpfung,
die ihn in die entlegensten Winkel dieses Landes brachten. 54 Reisen
in 25 Jahren sind die Bilanz.
Er lernte nicht
nur die Dargas (Chefs) in den Verwaltungen, Parteibüros und den
Universitäten kennen. Sein Interesse galt ganz besonders dem Leben
der einfachen Menschen, der Kultur, Geschichte und den
Lebensweisheiten des riesigen Landes.
Aus seinen
Schriften und den zahlreichen Tagebüchern und Briefen entstand so
dieses Buch - gleichermaßen interessant für den tierärztlichen
Fachmann wie für den Mongoleiliebhaber. |